05.11.2026
Franz B. (51) sucht seit Jahren einen Job, hat zahlreiche Bewerbungen verschickt. Doch oft erhält er nicht einmal eine Antwort. Das ist seine Story!

Tausende Bewerbungen, unzählige Absagen und noch immer kein fixer Job:
Für den Wiener Franz B. (Name geändert) ist die Arbeitssuche längst zum Vollzeitjob geworden. Seit etwa 18 Jahren versucht der 51-Jährige immer wieder, dauerhaft am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Mehr als 7.000 Bewerbungen hat er nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren verfasst. Doch die erhoffte Anstellung lässt weiter auf sich warten. Besonders frustrierend ist für Franz, dass viele Unternehmen offenbar nicht einmal auf seine Bewerbungen reagieren.
„Viele Firmen antworten gar nicht“
Dabei bemühe er sich auch unabhängig von den Stellenangeboten des AMS um einen Arbeitsplatz. „Es gibt viele Eigenbewerbungen, die ich beim AMS dokumentiert habe“, erzählt der 51-Jährige. Doch häufig herrsche nach dem Abschicken der Unterlagen Funkstille.
„Viele antworten gar nicht. Wenn man nachfragt, ist niemand erreichbar“, ärgert sich der Wiener.
Ursprünglich absolvierte er von 1990 bis 1993 eine Lehre zum Konditor, von 1999 bis 2008 war er beim Technischen Museum Wien beschäftigt – sein letztes dauerhaftes Dienstverhältnis. „Danach wurde ich vom AMS zu Trendwerk zugewiesen. Da Trendwerk eine Wiedereingliederungsmaßnahme war, mussten die Teilnehmer zwingend unterschreiben.

Man hat uns gedroht, dass sonst das Geld gestrichen wird“, berichtet der Wiener.
Gesundheitliche Probleme
Seitdem sucht er einen langfristigen Job: Kurzfristig war Franz B. als Verkaufsberater, Contact Tracer (in der Pandemie) und als Support Engineer tätig. Auch bei Job-TransFair, eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassungsgesellschaft, die vom AMS Wien gefördert wird, wurde er etwa für IT-Support eingesetzt.
Dass Franz heute nicht mehr in seinem ursprünglich erlernten Beruf arbeiten kann, hat gesundheitliche Gründe: „Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich Probleme mit den Knien. Bisher hatte ich schon acht Operationen und 20 Jahre lang Therapien, die ich mir selbst bezahlt habe.“ Hinzu kommt seit etwa 2012 eine Psoriasis-Arthritis – eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der neben der Schuppenflechte auch Gelenke entzündet sind.
Franz wünscht sich einfache Büro-Tätigkeiten
Zwischenzeitlich bezog der Wiener auch ein Jahr lang Rehabilitationsgeld. Anschließend meldete er sich erneut beim AMS arbeitslos und setzte seine Jobsuche fort. Nach eigenen Angaben verfügt Franz B. über Zertifikate in IT-Administration, Netzwerkbetreuung, Social Media Marketing, Grafik, Layout sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Sein Wunsch ist eine gesundheitlich geeignete Tätigkeit im Büro. Auch einfache Tätigkeiten bei Gerichten, Versicherungen, Ministerien oder Einrichtungen der Stadt Wien kommen für ihn infrage. Ebenso könnte er sich eine Beschäftigung als Kanzleihilfskraft oder im Empfangsbereich vorstellen.
Streit mit dem AMS wegen Trendwerk
Neben der erfolglosen Jobsuche belastet Franz B. auch ein Konflikt mit dem Arbeitsmarktservice.
Im August 2026 wurde er vom AMS zu einer Veranstaltung des gemeinnützigen Arbeitsmarktprojekts Trendwerk eingeladen – der 51-Jährige fuhr hin.
„Die Mitarbeiterin hat den Teilnehmern berichtet, welche Jobs sie anbieten: Gastgewerbe, Reinigung, Handel, Auto- und Fahrradmechaniker. Ich habe mich dann an die Mitarbeiterin gewandt und gesagt, dass ich Jobs in den genannten Bereichen aus gesundheitlichen Gründen nicht suche.“
AMS-Bezug vorübergehend eingestellt

Da er beim Termin zwar anwesend war, aber das vorgelegte Teilnahmeformular dann nicht unterschrieb, wurde sein AMS-Bezug vorübergehend eingestellt. Der 51-Jährige wollte die Entscheidung nicht hinnehmen. Er wandte sich an das AMS und wehrte sich gegen die Sperre. Schließlich wurde die Einstellung des Leistungsbezugs rückgängig gemacht. „Nur: So einen Druck auf das AMS ausüben, das schafft nicht jeder“, kritisiert Franz.
Das AMS Wien bedauert, dass Franz B. „die Chance bei Trendwerk nicht genutzt hat. Trendwerk hat mit DisFlex Albatross genau das, was Herrn B. gut geholfen hätte, nämlich eine Schiene für Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen. Die Mitarbeiter_innen dort hätten in ihrer Unterstützung genau auf seinen Gesundheitszustand eingehen und mit ihm wieder in Richtung Erwerbsarbeit gehen können. Schade, dass er das abgelehnt hat“, erklärt ein Sprecher.
Arbeitslose müssen aktiv an Maßnahmen teilnehmen

Die Teilnahme an Beschäftigungs- und Integrationsprojekten sei oft verpflichtend, „weil alle, die ihre Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen, aktiv an Maßnahmen teilnehmen MÜSSEN, die ihre Arbeitslosigkeit verkürzen. Das ist gesetzlich so verankert. Wir haben aus diesem Grund für alle Zielgruppen passende Angebote.“
Leserkommentare ………………………………..
Über die Wahrheit beim AMS wird in den Medien nicht berichtet, wie mit Personen umgegangen wird, die ihren Job verloren haben.
Wie viele Milliarden Steuergelder fließen in die AMS Förderungskurse und die Jobsucher bekommen keinen einzigen Job.
Jede Firma will junge Leute mit 20 Jahren Erfahrung und völlig gesund!
Aber wir sollen bis 70 arbeiten damit die Gäste gratis Rundumversorgung bekommen.
Die Fakten:
400.000 Arbeitslose
130.000 offene Stellen
270.000 fehlende Jobs!
Über 50 mit diesem Werdegang wird es schwierig.
Viele Firmen finden es nicht mal der Mühe wert, sich zurück zu melden. So sieht die Wahrheit aus.
Es ist teilweise auch eine Werbemasche für die Konkurrenz. Damit alle glauben, es geht dem Unternehmen gut. Meist ist das Gegenteil der Fall.
trendwerk und co wurden vor vielen jahren nur dazu im system installiert um die leute aus der statistik zu bringen.
Trendwerk, Jobtransfair und viele andere sind ein wenig „speziell“. Zumindest was ich so mitbekommen habe. Wirklich einen Job finden dadurch wohl eher wenige.
Das AMS braucht Quoten für die Statistik, damit im kommenden Jahr wieder Geld fließt.
Trendwerk, Jobtransfair u. ItWorks, sind selbst Nutznieser von Förderungen über AMS. Die wollen ihre „Kunden“ natürlich nicht in den ersten Arbeitsmarkt verlieren.
Nicht zu vergessen ist das alles rund ums AMS der 2. Arbeitsmarkt ist, bedeutet oft das gut ausgebildete Jobsuchende oft zu billig Jobs degradiert werden die erst wieder dazu führen das sie wieder beim AMS landen, ein Teufelskreislauf.
Und der Herr ist 50+, da sinken die Chancen für einen Job gegen Null. Leider.
Quelle https://www.heute.at/s/7000-bewerbungen-franz-aus-wien-findet-keinen-job-120265219
