28 .Juni 2026,
Bürgermeisterin Elke Kahr steht vor einer klaren Bestätigung – und baut ihren Vorsprung massiv aus. Grüne und SPÖ erleben einen bitteren Abend. Trotzdem: Die linke Rathausmehrheit dürfte halten.

Graz hat gewählt – und die erste Hochrechnung ist ein politischer Paukenschlag. Die KPÖ von Bürgermeisterin Elke Kahr liegt bei 35,8 Prozent. Das ist ein Plus von 7,0 Prozentpunkten gegenüber 2021.
Vor fünf Jahren war der erste KPÖ-Sieg eine Sensation. Heute ist Kahr das Normalste der Welt in dieser Stadt. Und das spiegeln die Zahlen.
Um 17:09 Uhr waren 14,9 Prozent ausgezählt. Die Schwankungsbreite liegt bei ±2,2 Punkten. Das endgültige Ergebnis folgt erst am Montag.
ÖVP bleibt klar zurück, FPÖ legt leicht zu
Die ÖVP mit Spitzenkandidat Kurt Hohensinner kommt auf 25,6 Prozent – kaum verändert, minus 0,3 Punkte. Der von Hohensinner erhoffte Angriff auf Platz eins ist nach dieser Hochrechnung gescheitert.
Die FPÖ legt moderat zu: 12,1 Prozent, plus 1,5 Punkte. Angesichts des bundesweiten FPÖ-Höhenflugs ein überschaubares Ergebnis für René Apfelknab.
Die NEOS kommen auf 4,8 Prozent und dürften damit den Einzug schaffen.
SPÖ stürzt ab – das ist der bittere Teil des Abends
Besonders hart trifft es die SPÖ. Sie kommt laut erster Hochrechnung nur noch auf 6,1 Prozent – ein Minus von 3,4 Punkten. Ein historisch schwaches Ergebnis für die Roten in Graz.
Auch die Grünen verlieren deutlich: 13,9 Prozent, ebenfalls minus 3,4 Punkte.
Die KFG – die FPÖ-Abspaltung rund um Claudia Schönbacher nach dem blauen Finanzskandal – schafft mit 0,8 Prozent den Einzug in den Gemeinderat nicht.
Koalitionsrechnung: Die Mehrheit hält
Nach der ersten Mandatsprojektion käme die KPÖ auf 18 Sitze im 48-köpfigen Gemeinderat. ÖVP: 12. Grüne: 7. FPÖ: 6. SPÖ: 3. NEOS: 2.
Damit hätte die bisherige Rathauskoalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ trotz der Verluste weiter eine Mehrheit: 28 von 48 Sitzen. Dieselbe Zahl wie vor der Wahl.

Elke Kahr hatte vor der Wahl klargemacht, mit Grünen und SPÖ weiterarbeiten zu wollen. Eine Koalition mit der ÖVP schloss sie aus. Diese Option bleibt für sie unrealistisch.
Proporz: ÖVP und FPÖ bleiben in der Stadtregierung
anz einfach ist die Machtfrage in Graz trotzdem nicht. Die Stadtregierung wird nach dem Proporzsystem gebildet: Die Sitze im Stadtsenat werden nach dem Wahlergebnis der Parteien vergeben.
Das bedeutet: Auch ÖVP und FPÖ sind in der Stadtregierung vertreten – unabhängig davon, ob sie in der Koalition sind. Die Opposition sitzt mit am Tisch. So ist das Grazer System.
Das Kahr-Phänomen: Mit Sozialarbeit punkten
Schon 2021 hatte Graz österreichweit für Aufsehen gesorgt. Die KPÖ wurde mit knapp 29 Prozent erstmals stärkste Kraft. Langzeitbürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) zog sich noch am Wahlabend zurück.
Seither regiert in Österreichs zweitgrößter Stadt eine linke Koalition – mit einer kommunistischen Stadtchefin. Österreichweit ein Einzelfall.
Die KPÖ punktet dabei weniger mit großer Ideologie als mit lokaler Sozialarbeit, Mieterberatung und persönlicher Bürgernähe. Der Grazer KPÖ-Mieternotruf besteht seit 1992. Er ist das Herzstück dieses politischen Modells.
Die Schuldenlage der Stadt war der Hauptangriffspunkt der Opposition. Laut erster Hochrechnung hat das Kahrs Ergebnis nicht entscheidend geschadet.
Niedrige Wahlbeteiligung – trotzdem Rekord
Wahlbeteiligung: 48,8 Prozent. 2021 waren es noch 54 Prozent. Hitze, Fußball-WM und der Formel-1-Grand-Prix in Spielberg könnten zur niedrigen Beteiligung beigetragen haben.
Im Vorfeld galt eine niedrige Wahlbeteiligung auch als mögliches Risiko für die KPÖ – eine Annahme, die sich nicht bewahrheitet hat.
Leserkommentare ………………………..
Glückwunsch an die KPÖ und alle Linke , die bis heute nicht kapiert haben, dass die Kommunisten ein vielfaches schlimmer waren als die Nazis- und die werden zu Recht geächtet.
Wer’s verstehts ?! 70 Jahre bekämpft man den Kommunismus, jetzt wählt man ihn mit der Hoffnung das der Sozialismus jetzt wirkich fuktioniert.
Bei einer Wahlbeteiligung von unter 50% sollte keine Wahl anerkannt werden und wiederholt werden, aber andererseits wer nicht wählen geht, stimmt zu. Da die „Linke“ kein eigenes Geld erwirtschaftet, werden sie es von Ihren (Nicht-) Wählern organisieren. Bin schon gespannt, wann Graz Insolvenz anmeldet.
Die Menschheit ist nicht mehr zu retten :
Ich glaub den Österreichern ist einfach nicht zu helfen .
Quelle https://exxpress.at/politik/kahr-holt-rekord-kpoe-triumphiert-in-graz-spoe-stuerzt-auf-tiefstand/
