10.02.2026
Wer keinen Job sucht, riskiert eine Sperre: Das AMS entzog im Vorjahr mehr als 162.000 Mal Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe und wäre gerne härter.

Das AMS hat im Vorjahr über 162.000 Sperren verhängt.
Arbeitslosengeld gibt es nicht bedingungslos. Wer Leistungen vom AMS bezieht, muss sich aktiv um Arbeit bemühen. Passiert das nicht, drohen Sanktionen. Genau das kam 2025 häufig vor. Wie „Die Presse“ am Dienstag berichtet, sperrte das Arbeitsmarktservice insgesamt 162.391-mal vorübergehend das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe. Damit blieb die Zahl etwa auf dem Niveau von 2024.

Ein Blick auf die Details zeigt jedoch große Unterschiede. Rund die Hälfte aller Sperren ging auf eher formale oder mildere Verstöße zurück.
In 52.302 Fällen wurde jemand sanktioniert, weil ein Kontrolltermin beim AMS ohne Entschuldigung versäumt wurde. Weitere 29.206 Sperren gab es, weil Arbeitslose ihren Job selbst gekündigt hatten, berichtet die Tageszeitung. In diesen Fällen gilt eine einmonatige Wartefrist, bevor wieder Geld ausbezahlt wird. Die Zahl dieser Selbstkündigungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent – ein Effekt der schwachen Konjunktur.
Verweigerte Arbeitsaufnahme
Die andere Hälfte der Sperren betraf mangelnde Arbeitswilligkeit. 43.206-mal wurden Leistungen vorübergehend gestoppt, weil jemand ohne Entschuldigung einer Schulung fernblieb. Diese Sperre endet, sobald die betroffene Person wieder erscheint.
Deutlich strenger sind die Regeln bei verweigerter Arbeitsaufnahme.
Wer einen zumutbaren Job ablehnt oder sich beim Bewerbungsgespräch so verhält, dass er den Job nicht bekommt, kassiert eine sechswöchige Sperre. Auch das bloße Erscheinen zum Gespräch, nur um sich den „Stempel“ zu holen, fällt darunter. 35.944-mal griff das AMS 2025 zu dieser Maßnahme, schreibt „Die Presse“.
Völlige Arbeitsunwilligkeit
Besonders heikel sind Fälle völliger Arbeitsunwilligkeit. Diese liegt vor, wenn jemand dreimal hintereinander die Aufnahme einer zumutbaren Arbeit sabotiert. Die Zahl ist zwar niedrig, stieg aber laut der Tageszeitung deutlich: um 17 Prozent auf 1733 Fälle. 2018 waren es noch 521. In diesen Fällen werden Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe komplett gestrichen. Der Anspruch kann jedoch relativ rasch wieder erworben werden – und genau das sorgt für Kritik.

Winfried Göschl, Chef des Wiener AMS, sieht hier ein Problem.
Es reiche aus, einen Monat beschäftigt zu sein, um wieder Anspruch auf Geld zu haben. „Das sehen wir kritisch“, sagt Göschl gegenüber „Die Presse“. Früher habe man dafür einen völlig neuen Anspruch erwerben müssen, was mindestens ein halbes Jahr Arbeit bedeutet habe. Zwar seien 1733 Fälle im Vergleich zu rund 900.000 Menschen, die zumindest einen Tag im Jahr arbeitslos waren, sehr wenig – doch es handle sich um echte Härtefälle.
„Ziemlich schwierig, Sanktionen zu verhängen“

Generell seien die Regeln nicht zu lasch, betont Göschl, doch die Umsetzung sei schwierig. „Ziemlich schwierig, Sanktionen zu verhängen“, wird er in der Tageszeitung zitiert.
Der Grund: Die Beweislast liege immer beim AMS. Nicht der Arbeitslose müsse belegen, dass er sich korrekt verhalten habe, sondern das AMS müsse ihm im Streitfall nachweisen, dass er arbeitsunwillig gewesen sei.
Dabei dürfe „keine Formalität übersehen“ werden – sonst sei die Sperre hinfällig.
Auch die wirtschaftliche Lage spielt eine Rolle.

Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer stieg 2025 um 2,4 Prozent auf rund 460.000.
Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen um elf Prozent auf 83.019. Weniger Jobs bedeuten weniger Druck – und weniger Gelegenheiten, eine Arbeitsaufnahme zu verweigern. „Wenn die Dauer der Arbeitslosigkeit länger ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sperre größer“, stellt Göschl in der Tageszeitung klar.
Viele Sperren, aber wenig echte Härtefälle – und genau dort sieht das AMS Reformbedarf. Denn wer gar nicht arbeiten will, kommt laut Kritik noch zu leicht wieder an Geld.
Leserkommentare …………………………..
Wenn deine Arbeit dich psychisch krank macht, gehe in den Krankenstand, bis das durchgestanden ist. Du brauchst dich vor deinem Arbeitgeber nicht schämen, es war schließlich sein Betrieb, der das ausgelöst hat.
Ich habe 46 Jahre eingezahlt und keinen einzigen Cent rausgenommen da ich keinen Tag arbeitslos war.
Ich bin da nicht der einzige
Die 50+ sind nicht das Problem. Schau dir die Arbeitslosenquote von Syrern, Türken, Tschetschenen, Afghanen… an.
alleine die Gastarbeiter die bei uns Arbeitslos gemeldet sind und in ihrem Heimatland leben und nur zu AMS oder Arztterminen anreisen, es gibt Busunternehmen aus Ex-Jugoslavien die Fahren im Linienverkehr, man müsste an den Grenzen Aktion Scharf machen und bei jedem Ausweis und E-Card kontrollieren wer von den Reisenden in Österreich Arbeitslos gemeldet ist , wir reden hier von 1000den Systemschmarotzern.
Mit 50+ bekommt man sowieso keine Arbeit mehr, sondern wird zum Ausgedinge beim AMS geparkt.
Quelle https://www.heute.at/s/keine-lust-arbeitsunwilligkeit-in-oesterreich-steigt-120161248
