02.04.2026
Die Bevölkerung wird älter, die Zahl der Erwerbstätigen sinkt. Wenn wir nicht mehr Menschen in den Arbeitsmarkt holen, droht Engpass, so AMS-Chef Kopf

Die Zahlen sind alarmierend: Österreich steuert auf einen massiven Engpass am Arbeitsmarkt zu.

Schuld ist vor allem der demografische Wandel. Die Bevölkerung wird älter, gleichzeitig schrumpft die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter deutlich. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor.

Bis 2050 wird laut der aktuellen Bevölkerungsprognose der Statistik Austria ein Rückgang um rund 365.000 Personen im erwerbsfähigen Alter erwartet. Die Zahl der tatsächlich Erwerbstätigen werde um etwa 121.000 sinken. Gleichzeitig dürfte die Gruppe der Pensionisten (65+) um 723.000 auf mehr als 2,5 Millionen Menschen ansteigen.
Verhältnis kippt
Das Verhältnis kippt: Statt 3,3 Erwerbstätigen pro Pensionist im Jahr 2024 werden es künftig nur noch 2,2 sein. Eine extreme Herausforderung für das staatliche Pensions- und Sozialsystem.
„Wir müssen die Erwerbsbeteiligung deutlich erhöhen – bei Frauen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund.“

Besonders auffällig ist die Alterung innerhalb der Belegschaften. Während die Zahl der jungen Arbeitskräfte deutlich zurückgeht, steigt jene der über 55-Jährigen stark an – vor allem bei Frauen.
Lehrberufe unbeliebter
Ein zentrales Problem: Der Mangel trifft genau das Rückgrat der Wirtschaft. Vor allem Fachkräfte mit Lehrabschluss oder berufsbildender Schule werden knapp.
Der Grund liegt auch in Bildungstrends. Immer mehr junge Menschen machen Matura oder studieren – klassische Lehrberufe bleiben oft unbesetzt. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Fachkräfte der Babyboomer-Generation in Pension.
Kostet 0,5 Prozent Wirtschaftsleistung
„Der Arbeitsmarkt gerät aus dem Gleichgewicht“, schlägt AMS-Chef Johannes Kopf Alarm: „Wir werden älter, gleichzeitig fehlen uns genau jene Qualifikationen, die wir dringend brauchen – vor allem in der Mitte.“
Die Folgen: Schon in wenigen Jahren droht im mittleren Qualifikationsbereich eine Lücke von rund 51.000 Arbeitskräften. Das geht aus einer Analyse entsprechender Szenarien des Wirtschaftsforschungsinstituts hervor. Demnach könnte dieser Fachkräftemangel die Wirtschaftsleistung bis 2029 um 0,5 Prozent bremsen.
Ganze Regionen unter Druck
Regional zeigt sich überdies ein deutliches Gefälle. Während Wien weiter wächst und als einziges Bundesland mehr Erwerbspersonen verzeichnen dürfte, verlieren alle anderen Bundesländer Arbeitskräfte. Besonders stark betroffen sind Kärnten und das Burgenland. Dort droht ein massiver Rückgang. Ganze Regionen könnten wirtschaftlich unter Druck geraten.

„Wir müssen geflüchtete Menschen – auch sie sind eine wertvolle Ressource – besser im Land verteilen“
Kopf spricht von einer „Schieflage“: „Wien wächst trotz hoher Arbeitslosigkeit weiter, während viele Regionen ausdünnen. Das ist kein vorübergehender Effekt, sondern eine strukturelle Verschiebung.“ Ohne zusätzliche Arbeitskraft werde es nicht gehen. „Wir müssen daher die Erwerbsbeteiligung deutlich erhöhen – bei Frauen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund. Wir müssen vor allem geflüchtete Menschen – auch sie sind eine wertvolle Ressource – besser im Land verteilen.“
Auch Weiterbildung sei entscheidend. Schon mit gezielter Höherqualifizierung könnten tausende zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Kopf: „Ohne gezielte Zuwanderung und mehr Qualifizierung im Inland werden wir das Problem nicht lösen.“
Leserkommentare …………………………….
Bei über 400.000 Arbeitslosen, kann ich mir das nicht vorstellen!
Seit Jahren Sitz DER Kopf an der Spitze und es werden immer mehr Arbeitslose!
Wir haben keine Einwanderer in unseren Arbeitsmarkt. Wir haben Einwanderer in unser Sozialsystem.

99% unbrauchbar, aber der Rest könnte Besen halten lernen…
Wir müssen unsere Grenzen noch weiter aufreissen,
noch mehr Teddys werfen und noch kräftiger klatschen.
Nur so kriegen wir Raketenwissenschaftler, Ärzte und Fachkräfte ins Land!
Sie haben gedacht, Arbeitskräfte importieren zu können. Sie haben genau die Falschen geholt.
Es werden Menschen hergeholt aber nicht in den Arbeitsmarkt sondern in die soz. Hängematte, was das Ungleichgewicht noch verstärkt.
Die 300.000 Analphabeten werden jetzt zu Facharbeitern ausgebildet.
Schauts mal auf die AMS seite zu 95% nur Leasingfirmen wer will da Arbeiten, wenn man nicht mal weißt wie lange und wannst wieder rausfliegst. Kein Kündigungsschutz und daher keine Planung mehr möglich was man sich leisten kann.
Bei Kündigungsschutz ab 55+ werden die Leute eben früher gekündigt. Der Kündigungsschutz 50+ war schon einmal, wurde aber von der ÖVP Regierung aufgehoben.
Die Unternehmen haben es über Jahrzehnte verabsäumt, junge Leute auszubilden. Stattdessen wollten sie den Import billiger Facharbeiter aus dem Osten.
Bei über 400.000 Arbeitslosen, kann ich mir das nicht vorstellen!
Seit Jahren Sitz DER Kopf an der Spitze und es werden immer mehr Arbeitslose!
Quelle https://www.heute.at/s/ams-chef-warnt-bald-fehlen-120000-arbeitskraefte-120176921
