23.08.2026
Die 32-jährige Anna sucht seit Monaten einen Job. Trotz Ausbildung und Dutzender Bewerbungen hagelt es Absagen. Auch ihre Mutter ist verzweifelt.

„Junge Menschen pfeifen auf Arbeit“ – solche Aussagen ärgern Melanie besonders. Ihre 29-jährige Tochter Anna will dringend arbeiten, findet aber trotz monatelanger intensiver Suche keinen Job.
Anna hat Grafik- und Mediendesign gelernt und ist seit dem Frühling arbeitslos.

Anfangs zweifelt selbst ihre Mutter, ob Anna (Name geändert) vielleicht zu wenige Bewerbungen verschickt würden oder ihre Unterlagen nicht gut genug seien. Im Mai begann sie deshalb, ihre Tochter bei der Jobsuche zu unterstützen.
Anna verschickt eine Bewerbung pro Tag
Seitdem haben Mutter und Tochter nach eigenen Angaben gemeinsam zwischen 80 und 90 Bewerbungen verschickt. In drei Monaten bedeutet das also im Durchschnitt eine Bewerbung pro Tag.
Die Bilanz fällt ernüchternd aus: Oft kommt überhaupt keine Antwort, ansonsten eine harte Absage.

Gerade einmal drei Vorstellungsgespräche haben sich daraus bisher ergeben.
Bei einer Stelle folgte eine Absage, bei einer weiteren lediglich ein Feedbackbogen. Eine andere Möglichkeit wäre mit einer Einschulung in Tulln verbunden gewesen, das ist leider zu weit.
Selbst über ihren eigenen Arbeitgeber versuchte Mutter Melanie, ihrer Tochter eine Chance zu ermöglichen. Doch auch dort wurde jemand anderer genommen.
„Wie sollen Menschen Berufserfahrung sammeln, wenn ihnen niemand die Chance gibt, welche zu erwerben?“, fragt die Mutter.
„Meine Tochter verliert mittlerweile den Mut“
Die lange Jobsuche hinterlässt Spuren. Die Eltern unterstützen Anna mittlerweile nicht nur finanziell, sondern auch psychisch: „Meine Tochter verliert mittlerweile den Mut. Und ganz ehrlich: Ich kann das verstehen.“
Gerade deshalb wehrt sich die Mutter dagegen, Arbeitslose pauschal als arbeitsunwillig darzustellen.
Anna habe eine Ausbildung, wolle ihr eigenes Geld verdienen und versuche seit Monaten, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden.
Auch Unternehmen sieht die Mutter in der Verantwortung. Wer in einer Ausschreibung keine Berufserfahrung voraussetzt, sollte Bewerbern ihrer Ansicht nach auch die Chance geben, sich persönlich vorzustellen.
Was sich Anna wünsche, sei dabei ganz einfach: „Sie möchte keine Ausrede – sie möchte eine Chance.“
Leserkommentare ……………………………
Kenne ich von meinem Sohn, allerdings hat der in 3 Monaten 300 Bewerbungen geschrieben.
viele Firmen suchen nach Stichwörtern aus filtern aus und wenn diese Worte nicht in der Bewerbung dabei ist fällt man durch das Rasta wenn man glück hat bekommt man absagen doch oft kommt nur eine Automatische Antwort und dann meldet sich keiner mehr
Die meisten schauen sich die Unterlagen nicht mal an, da wird schon vorsortiert und man bekommt im besten Fall eine KI generierte Absage nach 4 Wochen.
Aber zum Trost, viele Firmen schicken innerhalb von 12 std eine automatische Absage .
Traurig, fazit ist unsere Wirtschaftslage is grauenhaft und es wird auch nicht besser werden. So lange diese Regierung an der Macht ist wird sich auch nichts ändern. XXX FPÖ
Quelle https://www.heute.at/s/80-bewerbungen-trotzdem-findet-anna-keinen-job-120241913
